Die Geschichte der Loveparade

Home » Die Geschichte der Loveparade

Mythos Loveparade – Von den Anfängen bis ins Jahr 2006
Die Loveparade ist ein Mythos. Vom alternativen Techno-Umzug mit 150 Ravern entwickelte sie sich innerhalb weniger Jahre zu einer friedlichen Massentanzveranstaltung mit mehr als 1,5 Millionen Besuchern. Die Loveparade gilt als Wiege der deutschen Techno- und House-Szene und setzt jährlich internationale Musik- und Modetrends. Das Motto wechselt mit jeder Veranstaltung, die Grundidee bleibt die gleiche: Menschen aus allen Teilen der Erde versammeln sich friedlich, um gemeinsam unter freiem Himmel zu feiern, zu tanzen und Spaß zu haben.

DIE CHRONIK

1. Juli 1989 – „Friede, Freude, Eierkuchen“


Dr. Motte lädt die damals noch überschaubare Techno-Szene zu einer Friedens-Demo ein. 150 gut gelaunte Raver ziehen am 1. Juli mit zwei Wagen über den Kurfürstendamm. Das Motto setzt sich aus “Friede” für Abrüstung, “Freude” für die bessere Völkerverständigung durch Musik und “Eierkuchen” für gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln zusammen. Die erste Parade ist so klein und unbedeutend, dass weder vor noch nach der Veranstaltung eine Meldung in den Medien auftaucht. Viele der Teilnehmer von damals sind heute wichtige Techno- und House-Aktivisten.

7. Juli 1990 – „The Future Is Ours“


2000 Menschen und sechs Trucks: Mit mehr als 1000 Prozent Zuwachs verzeichnet die Loveparade 1990 die größte prozentuale Steigerung an Teilnehmern im Verhältnis zum Vorjahr – ein ewiger Rekord in der Geschichte der Loveparade.

6. Juli 1991 – „My House Is Your House and Your House Is Mine“


Erstmals wird bundesweit Werbung für die Parade gemacht. Deshalb sind am 6. Juli neben 6000 Teilnehmern aus ganz Deutschland auch Wagen aus Frankfurt und Köln dabei.

4. Juli 1992 – „The Worldwide Party People Weekend“


Nach sechs Wochen Trockenheit setzt genau zur Hälfte der Parade ein Jahrhundert-Regen ein. Innerhalb der nächsten Stunden fallen 90 Liter Wasser pro Quadratmeter auf die Erde herab. Die Stimmung wird durch den gigantischen Wolkenbruch nicht getrübt. Obwohl einige Musikanlagen den Wassermengen nicht gewachsen sind, tanzen die 15.000 Teilnehmer exzessiv weiter. In Deutschland gibt es inzwischen eine Vielzahl von Techno-Clubs und die ersten beiden Mayday-Raves begeistern die Techno-Jünger.

3. Juli 1993 – „Fifth Anniversary“


Die Loveparade wird größer und professioneller. Insgesamt 31.000 House- und Techno-Begeisterte kommen am 3. Juli nach Berlin. Die Loveparade ist internationaler als je zuvor, es sind sogar Wagen aus London dabei.

2. Juli 1994 – „The Spirit Makes You Move“


Die Loveparade gewinnt immer mehr an Bedeutung. 110.000 Techno-Fans tanzen um die 40 Trucks entlang des Kurfürstendamms. Durch die kontinuierliche Steigerung der Teilnehmerzahl wird alles bürokratischer.

8. Juli 1995 – „Peace on Earth“


Die Loveparade findet nun nicht mehr am ersten Juliwochenende statt, sondern am zweiten. Im Vergleich zum vergangenen Jahr verdreifacht sich mit 280.000 Besuchern die Teilnehmerzahl. Es ist unglaublich heiß. Wegen des Krieges in Bosnien heißt das Motto diesmal „Peace On Earth“.

13. Juli 1996 – „We Are One Family“


Im Frühjahr wird die Loveparade GmbH gegründet. Name und Logo der Parade sind jetzt eingetragene, geschützte Warenzeichen. Der Kurfürstendamm ist für die Menschenmassen zu klein geworden, deshalb muss die Veranstaltung verlegt werden. 750.000 Raver kommen am 13. Juli nach Berlin und tanzen entlang der Straße des 17. Juni zum Ernst-Reuter-Platz und weiter zum Brandenburger Tor. Dort machen die Trucks kehrt und fahren zurück zur Siegessäule, wo die Abschluss-Kundgebung und erstmalig auch die Ansprache von Dr. Motte stattfinden. Die offizielle Compilation stößt bis auf Platz 6 der Deutschen Album Charts hervor.

12. Juli 1997 – „Let the Sunshine in Your Heart“


Die Sonne scheint auf die Häupter und in den Herzen von über einer Million Techno-Liebhabern, die in Berlin euphorisch neben den insgesamt 50 Trucks durch den Tiergarten tanzen. Zum ersten Mal gibt es eine offizielle Single und ein Musikvideo zur Love Parade. „Sunshine“ belegt prompt Platz Fünf der Deutschen Single Charts. Alle Welt spricht von der Mega-Party mitten in Berlin.

11. Juli 1998 – „One World One Future“


Zum ersten Mal in der Geschichte der Loveparade überschreitet die Teilnehmerzahl die Millionengrenze. Die Wagen fahren jetzt in zwei Kolonnen: Ein Teil startet am Brandenburger Tor, der andere am Ernst-Reuter-Platz. Alle haben friedlich und ohne Zwischenfälle ihren Spaß, trotz gelegentlicher Regenschauer. Die Rede von Dr. Motte wird von fünf deutschen Fernsehstationen live übertragen.

10. Juli 1999 – „Music Is the Key”?


Bei strahlendem Sonnenschein tanzen über 1,5 Millionen Menschen zum Beat der bis zu 20.000 Watt starken Boxen auf den professionell ausgestatten Wagen. Überall sind Triller-Pfeifen, das Raver-Accessoire des Jahres, zu hören. In diesem Jahr kommt auch die so genannte „Lovedusche“ erstmalig zum Einsatz: Sponsoren erfrischen die tanzende Menge mit Wasserschläuchen.

8. Juli 2000 – „One World One Loveparade”?


Die Loveparade wird zum Exportschlager. Auch in anderen Ländern, wie Österreich, England, Israel und Mexiko finden jetzt Techno-Umzüge statt. Zum Original nach Berlin kommt erneut über eine Million Menschen.

21. Juli 2001 – „Join the Love Republic”?


Im dreizehnten Jahr verliert die Love Parade ihren Demonstrationsstatus. Trotzdem kommen fast so viele Leute, wie im Jahr zuvor und die Stimmung ist – wie gehabt – bombastisch. Eine Million Menschen feiert mitten in Berlin eine friedliche Party. Die Parade wird zum Spiegel der Gesellschaft: Ob extrovertierte Raver im Sonnenblumen-Bikini und Fellshirt, Mamis und Papis mit Kinderwagen, Schaulustige oder kreischende Teenies, alle werden vom Techno-Beat gepackt und tanzen gemeinsam unter der Juli-Sonne. In den knapp zehn Stunden legen 250 DJs aus 20 Ländern auf 45 Trucks auf. Die Bahn setzt 78 Sonderzüge ein und transportiert am Loveparade-Wochenende 280.000 Fahrgäste.

13. Juli 2002 – „Access Peace”?


Meldungen über angeblich geplante Terroranschläge und Unwetterwarnungen trüben die Stimmung ein wenig. Obwohl nicht so viele Besucher wie bisher zur Loveparade kommen, tanzen immerhin 700.000 Fans friedlich durch den Tiergarten und demonstrieren damit, dass Gewalt keine Chance hat.

12. Juli 2003 – „Love Rules“


Obwohl im Vorfeld weit reichende Diskussionen zur Finanzierung der Loveparade geführt werden, kann die Veranstaltung zur Freude aller Beteiligten wie gewohnt stattfinden. 750.000 Menschen folgen den 30 Trucks, unter denen sich zum ersten Mal ein eigener Loveparade-Wagen befindet. Kleine Schauer können der ausgelassenen Stimmung nichts anhaben und werden von den erhitzten Tänzern als willkommene Erfrischung begrüßt. Zur Abschlusskundgebung strahlt wieder die Sonne und alle Besucher sind sich einig: Ein unvergessliches Erlebnis!

Das Aus 2004 …


15 Jahre lang tanzten Menschen aus aller Welt bei der Loveparade durch Berlin: Das erste Mal 1989, das letzte Mal im Jahr 2003. Die Geldsorgen begannen 2001. In diesem Jahr verlor die Parade den Status einer Demonstration. Für sämtliche Kosten mussten die Veranstalter ab diesem Zeitpunkt selbst aufkommen. Im Rekordjahr 1999 kamen 1,5 Millionen zum Feiern, ab 2001 gingen die Besucherzahlen leicht zurück. Eine Dreiviertel Million Raver tanzte zuletzt im Tiergarten. Zwar gab es nach wie vor zahlreiche interessierte Sponsoren, trotzdem konnten die hohen Kosten nicht mehr gegenfinanziert werden. 2004 musste die Loveparade zum Bedauern der vielen Fans zum ersten Mal abgesagt werden. Auch 2005 fiel die Loveparade aus.

… und das Comeback 2006


Im Jahr 2006 wird die Loveparade nach zweijähriger Pause endlich wieder stattfinden. Die Begeisterung für diese einzigartige, für alle Teilnehmer kostenlose, friedliche Musikveranstaltung mitten in Berlin ist nach wie vor ungebrochen.
Techno hat sich im Laufe der Jahre als feste Musikrichtung etabliert und kontinuierlich weiterentwickelt. Diesem Trend wird die Loveparade 2006 Rechnung tragen. Elektronische Tanzmusik in all seinen Formen – von House über Techno und Drum’n’Bass bis hin zu Elektropop – wird Millionen von Menschen in Bewegung setzen. Die besten DJs aus den angesagtesten Clubs weltweit kommen nach Berlin, um auf den hoch professionell ausgestatteten Trucks ihre Sets zu spielen.